Zusammenfassung Römerstadt Carnuntum
Die Zeit der Römer in Niederösterreich
"Mama, wie war das eigentlich damals bei den Römern?" fragt mich meine Tochter eines Tages beim Mittagessen. Vor ein paar Tagen hatten sie in der Schule von den Römern gehört, erzählt sie, und das hat offenbar ihr Interesse geweckt. "Waren die Römer vor den Dinosauriern, oder nachher?", wirft sogleich meine Vierjährige die nächste Frage ein; und so beginne ich ein wenig zu erzählen.
Wie unvorstellbar lange die Zeit des Römischen Reichs schon her ist (und wie viel länger die Zeit der Dinosaurier) und wie viel wir trotzdem - dank Ausgrabungen - davon wissen. Von einer Stadt, gar nicht so weit weg, in der knapp 50.000 Römer:innen lebten und in der man noch heute auf eindrucksvolle Weise das Leben vor über 2000 Jahren entdecken kann. Zwei Wochen später stehe ich mit meiner Familie vor den Toren Carnuntums. Denn eins ist klar, einmal durch römische Häuser und über römische Straßen spazieren ist tausend Mal besser, als einfach nur davon zu erzählen.
Die römische Siedlung Carnuntum und ein Museum mit drei Standorten


Vor rund 1700 Jahren, zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert nach Christus gab es in den heutigen Gemeinden Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch Altenburg eine große römische Siedlung. Eigentlich war es sogar eine der bedeutendsten Siedlungen des Römischen Reiches, eine Metropole mit geschätzten 50.000 Einwohnern. Mit einer Militärstadt, Lagervorstadt, Zivilstadt, mit einer Lagerumfassung, einer Gladiatorenschule und zwei Amphitheatern auf rund 10 Quadratkilometern.
Teile (0,5%) dieser unfassbar große Siedlung wurden in den letzten Jahrzehnten erforscht, ergraben, rekonstruiert und zu einem der größten Römermuseen Österreichs zusammengefasst. Mit dem Museumsticket gibt's Zugang zu drei Standorten, die aber allesamt miteinander verknüpft sind: das Freilichtmuseum Petronell–Carnuntum (Römerstadt), das Amphitheater in Bad-Deutsch Altenburg und das Museum Carnuntinum.
Übrigens: Auf freets findest du noch mehr spannende Freilichtmuseen in Niederösterreich & dem Burgenland
Unser Ausflug mit Kindern in die Römerstadt Carnuntum
Unser Ausflug konzentriert sich heute - so wie eigentlich meistens - auf das Freilichtmuseum in Petronell- Carnuntum. An jenem Ort, an dem Besucher:innen römische Häuser entdecken können und an dem 308n Chr. die Zeit stehen bleib, als in Carnuntum eine wichtige Kaiserkonferenz stattfand.

Wir näher uns langsam dem Jahr 308. Denn bevor wir nach draußen gehen, mitten hinein in die Stadt, informieren wir uns zuerst ein wenig mehr über die Zeit, über die Römer und die Ausgrabungen. Meine Töchter hören gespannt, was der Lehrer, Gärtner und Schulmeister zu erzählen hat (über Kopfhörer), während ich entlang der ausgegrabenen römischen Grabsteine gehe. Der anschließende Film auf Großbildleinwand versetzt uns noch mal ein Stück zurück in der Zeit. Während wir beobachten, wie die Soldaten durch die Donaulandschaft streifen nähern wir uns gedanklich an die Zeit des großen Römischen Reiches an.
Dann gehen wir hinaus. Begeistert flaniere ich über die ehemaligen Römerstraßen, lasse den Blick über das Areal streifen und erreiche bald die einzelnen rekonstruierten Häuser. Fünf Gebäude wurden in der Römerstadt Carnuntum anhand archäologischer Untersuchungen auf römischen Grundriss vollkommen rekonstruiert, möbliert und ausgestattet.
Das Leben und die Errungenschaften der Römer
Und ja, es begeistert mich sehr. Mir vorzustellen, dass hier, genau hier, wo ich jetzt stehe, schon vor 1700 Jahren jemand gestanden, gelebt, sein Tagwerk verrichtet, Tücher gewebt, oder Öl verkauft hat. Die fünf Häuser geben ein wirklich anschauliches Bild des damaligen Lebens, auch wenn es nur ein winzig kleiner Ausschnitt, eine Momentaufnahme ist. Raum für Raum und Haus für Haus entdecken wir mehr aus der Zeit der Römer.




Wir durchstreifen die alten Küchen, die voller Gerüche sind, staunen über die kleinen Wachstafeln zum Schreiben, die bunten Räume, mächtigen Säulen, schauen durch kleine Fenster und auf kunstvolle Mosaike im Boden. Dank der vielen Details, die zur Einrichtung und Ausstattung der Häuser gehören, fällt es uns nicht schwer, uns vorzustellen die Häuser wären bewohnt und nach wie vor voller Leben. Besonders die Therme mit ihren gemütlichen Liegen und das Haus des Tuchhändlers Lucius (aus der gehobenen Mittelschicht) gefällt den Kindern. Letzteres gefällt ihnen so gut, dass sie beschließen "im Spiel" hier einzuziehen und so bleiben wir erstmal. Mein Mann und ich sitzen im gemütlichen Innenhof, streifen durch die große Küche, während die Kinder die Spiele ausprobieren und von einem Raum zum nächsten Laufen.





Nach einer kleinen Pause unter einer Kastanie (bei der wir noch ein paar interessante Fakten nachlesen), drehen wir eine letzte Runde. Das Haus des Lucius soll noch einmal besucht werden und der Spielplatz lockt ebenfalls mit tollen Klettermöglichkeiten. Als der Herbstwind aber zu stark wird, brechen wir auf und machen uns auf den Heimweg.
Die anderen beiden Standorte des Ärchologieparks Carnuntum:
Das Amphitheater in Bad-Deutsch Altenburg
Während wir dieses Mal müde nach Hause fahren, folgte bei meinem letzten Besuch noch eine kurze Autofahrt zum Amphitheater in Bad Deutsch Altenburg. Das römische Monument ist nicht völlig wiederaufgebaut, doch die zahlreichen Reste vermitteln ein gutes Bild der damaligen Anlage. Fehlende Teile wurden außerdem wie Puzzlestücke als Zeichnung ergänzt.

Das Museum Carnuntinum
Als dritter Standpunkt des Archäologieparks Carnuntum zeigt das Museum Carnuntinum eine Ausstellung „A.D. 313 – Von Carnuntum zum Christentum“. Und ist zugleich größtes Römermuseum Österreichs. Hier werden die Funde der Ausgrabungen in Carnuntum ausgestellt, hier ist quasi die Schatzkammer des Archäologieparks Carnuntum.
Mein persönliches Fazit und Highlights der Römerstadt Carnuntum
Die Römerstadt Carnuntum ist Teil des bedeutendsten Römermuseum Österreichs und das nur einen Katzensprung von Wien entfernt - und das sollte sich einfach niemand entgehen lassen. Besucher finden hier in Carnuntum ein unglaublich toll aufbereitetes römisches Stadtviertel auf originalen römischen Mauern. Auf knapp 2000 Jahren alten Straßen und rekonstruierten Häusern lässt sich hier wunderbar in die Welt der Römer eintauchen und so unsere eigene Geschichte vor rund 1700 Jahren hautnah erleben. Ein wirklich tolles Ausflugsziel für Kinder ab dem Schulalter und natürlich alle geschichtsinteressierte Erwachsene.
Highlights
römische Ausgrabungen & rekonstruierte Häuser basierend auf wissenschaftlichen Ergebnissen
Ausstattung zum Ausprobieren und Angreifen
großer Abenteuerspielplatz
interaktives kleines Museum vor der Römerstadt
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Archäologiepark Carnuntum
Was ist der Archäologiepark Carnuntum und was umfasst er?
Der Archäologische Park Carnuntum ist eines der bedeutendsten Römermuseen Österreichs südlich von Wien, welches drei Standorte umfasst: eine antike Stadt (Römerstadt), ein Amphitheater sowie das Museum Carnuntinum.
Wofür und wie lange ist mein Ticket gültig?
Das Ticket zum Archäologiepark Carnuntum ist am Ausstellungstag den vollen Tag und für alle drei Standorte gültig.
Ist ein Ausflug in den Archäologischen Park Carnuntum für Kinder geeignet?
Ja, unbedingt. Vor allem das römische Stadtviertel hat für Familien viel zu bieten. Fünf völlig rekonstruierte Häuser samt Einrichtung und Ausstattung zum Ausprobieren, kurze Wanderwege bis zum Heidentor und ein großer Abenteuerspielplatz am Areal sind weitere Highlights für Familien.
Was ist die beste Besuchszeit?
Frühling bis Herbst, wobei es an sehr heißen Tagen auch unangenehm werden kann.
Sind Hunde in der Römerstadt erlaubt?
Ja Hunde sind im römischen Stadtviertel und den Amphitheatern erlaubt, jedoch an der Leine zu führen. Im Museum Carnuntinum sind Hunde nicht erlaubt.
Ist die Römerstadt mit Kinderwagen möglich?
Kinderwägen und Rollstühle sind teilweise am Areal möglich. Die Römerstraße ist aber stellenweise schlecht zu befahren und die Häuser teils über höhere Stufen oder Unebenheiten zu betreten. Detaillierte Beschreibungen zum Thema Barrierefreiheit gibt’s auf der Website der Römerstadt Carnuntum.

Autorin Claudia Schlager
Autorin, Reisebloggerin & Fotografin aus Niederösterreich. In meiner Freizeit liebe ich es meine Heimat Niederösterreich und dessen Umgebung zu entdecken, besondere Orte kennenzulernen, Ausflugsziele mit meinen beiden Töchtern zu erkunden und die schönen Seiten des Landlebens zu genießen. Auf freets gebe ich Ausflugs- und Wandertipps für das östliche Österreich und berichte mit authentischen Erzählungen und stimmungsvollen Fotos über unsere Entdeckungen in Niederösterreich und Umgebung. Mit meinen beiden Kindern und meinem Mann lebe ich im südlichen Niederösterreich (Schneebergland).
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