Die March-Auen punkten mit eindrucksvoller Natur und Tierbegegnungen. Das erwartet dich bei einem Ausflug nach Marchegg:
Das frisch renovierten Schloss samt Schlosspark und Spielplatz ist an sich schon ein schönes Ausflugsziel. In Kombination mit den angrenzenden March-Auen mit ihrer unberührten Natur, den freilebenden Wildpferden und der größten baumbrütenden Storchkolonie Europas wird der Ausflug zum Highlight für Jung & Alt.
Die Störche in Marchegg
„Mama können wir einmal wieder zu kleinen Störchen fahren?", fragt mich meine Tochter bei der Heimfahrt unseres rundum gelungenen Ausflugs in die Freistadt Rust. Diesen Wunsch möchte ich ihr natürlich liebend gern erfüllen – steht doch ein Besuch von Schloss Marchegg samt den angrenzenden Auen schon länger auf meiner Ausflugs-Wunschliste; und schwupps, nur wenige Tage späters stehen wir gemeinsam mit Schwester und Uroma vor dem hübsch restaurierten Schloss Marchegg. In Marchegg, so viel verrate ich ihr schon vorab, lebt die größte baumbrütende Storchenkolonie Europas, verschieden lange Rundwege führen an ihren Nestern in uralten Eichen vorbei und auch die Rauffänge des Schlosses beherbergen zahlreiche Nester.
Gut zu wissen: Das Schloss Marchegg ist Teil der Marchfeldschlösser, die alle einen Besuch wert sind und meist mit der unschlagbaren Kombination Natur, Geschichte und Attraktionen für Kinder punkten. Wir haben in den letzten Jahren das Schloss Eckartsau, Schloss Hof und Schloss Orth besucht - welche mittlerweile zu unsren liebsten Ausflugszielen gehören.
Die Sichtung des ersten Storchennestes samt Jungvögel dauert nicht einmal eine Minute, die Aufregung ist dementsprechend groß. Begleitet vom Geklapper der eleganten Tiere nähern wir uns dem Schloss. Durchschreiten das barocke Eingangsportal der Anlage und wollen uns erst mal einen Überblick verschaffen.




Weit kommen wir nicht, schon im Innenhof bleiben wir wieder stehen. Auf den Dächern ringsherum zählen wir mehr als fünf Storchennester, die allesamt gut besetzt sind. Begeistert beobachten wir die Vögel bei ihren ersten Flugversuchen, die für den Monat Juli ganz typisch sind. Immerhin gehört fleißig geübt, bevor die Störche Mitte August ihre Nester in Richtung Süden verlassen und ihre lange Reise antreten.
Biber-, Unken- und Storchenweg: Die Rundwege durch die March-Auen
Nachdem wir uns bei der überaus hilfsbereiten Dame im Shop mit Übersichtskarten und einem Gelsenspray ausgestattet haben (danke an dieser Stelle für den überaus nützlichen Rat) brechen wir vom Parkplatz zu unserer eigenen kleinen Reise auf. Drei Rundwege führen durch die wahnsinnig beeindruckende Au-Landschaft, wobei wir uns für den kleinsten, 2km langen, Storchenweg entscheiden. Wir überqueren auf der hölzernen Brücke die March und tauchen in eine andere Welt. Sumpfig, wild und wunderschön präsentieren sich uns die March-Auen.
Störche, Wildpferde und eine fantastische Landschaft
Immer wieder kommen wir an überschwemmten Wiesen vorbei, überqueren Teiche und Brücken und kommen ehrlich nicht aus dem Staunen raus. Wir entdecken Blutweiderich, umgestürzte Bäume, knorrige Eichen, halten an einem kleinen Teich nach Sumpfschildkröten und Eisvögel Ausschau (leider erfolglos), beobachten einen Rotmilan, der übers Wasser segelt und die ersten Storchennester in den Baumkronen. Wären nicht die unzähligen Gelsen, die uns am schattigen Weg begleiten, wir hätten wahrscheinlich mehrere Stunden hier zugebracht. So beschleunigen wir lieber unseren Schritt in Richtung Sonne und Ausgangspunkt.






Schon als wir gar nicht mehr gerechnet haben stoßen wir auf eine Herde Wildpferde. Die Konik-Pferde, die hier frei leben, stehen aufgereiht auf dem Damm, fast so, als ob sie sich uns präsentieren wollen. Staunend machen wir Halt, setzen uns ein Stück abseits in die Wiese und lassen das Bild auf uns wirken. Bald schon wechseln sie, eines nach dem anderen, auf die benachbarte Wiese, später trotten sie aus unserem Blickfeld. Auch wenn meine Töchter nicht die allzu großen Pferdenarren sind, dieses Erlebnis beeindruckt sie unweigerlich.



Glücklich kehren wir zum Ausgangspunkt zurück, nicht ohne auch noch auf die benachbarte Aussichtsplattform zu „klettern“ und die Störche auf Wiesen und Bäumen aus nächster Nähe zu beobachten.
Die Ausstellung im Schloss Marchegg
Im Schloss setzen wir unsere Entdeckungsreise fort. In der Ausstellung im ersten Stock erfahren mehr über unseren neuen „Freunde“ die Gelsen, über Störche, Wassertiere und die anderen Au-Bewohner. Außerdem gibt’s im Schloss eine schöne und informative Ausstellung zur Stadtanlage und Schlossgeschichte von Marchegg. Denn Marchegg ist nicht nur für seine Au-Landschaft samt Bewohner berühmt, sondern auch historisch spannend. Ein Ort, der unter dem Böhmenkönig Ottokar II. Premysl überdimensioniert geplant wurde und der noch heute mit seinen mittelalterlichen Stadttoren beeindruckt. Langsam schlendern wir durch die Räume, informieren uns und durchspielen die interaktiven Stationen.


Groß ist sie zugegeben nicht und ob einem der Eintritt für fünf Räume (drei davon mit tatsächlicher Informationsvermittlung) so viel Wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Für uns war es aber – gemeinsam mit dem Schlosspark- und Spielplatzbesuch - ein gelungener Ausflugsausklang.
Tipps für Familien
Du kommst mit Kindern? Hier hab' ich hier nochmal alle wichtigen Infos für dich zusammengefasst:
Durch die March-Auen führen 3 unterschiedliche Wege, für Kinder wird vor allem jener von 2 oder 4 km ideal sein. Die Wege sind allesamt flach und einfach zu gehen, aber dank wilder Natur drumherum abenteuerlich und abwechslungsreich.
Kinderwägen sind im Schloss und im Schlosspark möglich, auch der kürzeste Weg (Storchenweg) ist kinderwagentauglich, die anderen Wege kennen wir leider nicht.
Gelsenspray nicht vergessen! Im Frühjahr oder bei leichtem Regen sollen angeblich weniger Gelsen sein. Notfalls gibt's auch einen Spray im Schloss zu kaufen.
Störche gibt's nur während der Brutzeit (idR April - August) zu sehen. Auch am Schloss gibt's hier zahlreiche Neste.
Im Schlosspark gibt es auch einen Spielplatz.
Gastronomie gibt’s hier leider keine, im Shop des Schlosses kann man aber kühle Getränke kaufen. Am besten eine Jause mitbringen.
Mein persönliches Fazit und Highlights beim Ausflug nach Marchegg
Die March-Auen rund ums Schloss Marchegg sind definitiv einen Besuch wert. Die drei verschiedenen Rundwege von 2, 4 oder 6 km Länge eignen sich ideal dazu, die unberührte Landschaft zu erkunden, die Beobachtungsstationen am Weg sorgen für ein richtiges Entdeckerfeeling. Die Wildpferde und baumbrütenden Störche zu treffen war für uns einfach toll, auch wenn die Störche direkt beim Schloss besser zu beobachten - weil näher - waren.
Die Ausstellung im Schloss Marchegg war zwar schön, aber nicht unbedingt zwingend, Highlight sind sicher die Tiere und die March-Auen. Schade, dass vor Ort keine Gastronomie verfügbar war (auf Grund des Besucheraufkommens ist es aber verständlich, zum Glück hatten wir eine Jause mit).
Highlights
Abenteuerliche Rundwege durch die unberührte Natur
frei lebende Wildpferde
größte baumbrütende Storchenkolonie Europas
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Schloss Marchegg & die March-Auen
Was ist das besondere an den March-Auen?
Die March-Thaya-Auen in Niederösterreich sind eine der bedeutendsten und größten unzerstörten Flusslandschaften Mitteleuropas. im Naturschutzgebiet leben über 500 gefährdete Arten, darunter Rotmilan, Seeadler und Schwarzstorch und die größte baumbrütende Storchenkolonie Europas.
Wie kann ich die March-Thaya-Auen am besten entdecken?
Durch das Natura2000 Gebiet führen 3 unterschiedlich lange Rundwege (2, 4 und 6 km) mit verschiedenen Beobachtungsstationen.
Eignet sich das Ausflugsziel auch für Kinder?
Die March-Auen und das Schloss Marchegg sind ein tolles Ausflugsziel für Familien mit Kindern ab 2 Jahren . Die Wege sind kurz, einfach zu gehen, kinderwagentauglich und die March-Auen stecken voller Highlights (Wildpferde, Stöche, Aulandschaft,...). Im Schloss und Schlosspark kann anschließend gepicknickt und gerastet werden, außerdem gibt's hier einen Spielplatz sowie eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Stadt und dem Augebiet.
Wann ist die beste Besuchszeit in Marchegg?
Ich empfehlen den Mai. Die Störche sind bereits angereist (ab April), das Schloss geöffnet (ab April), die Temperaturen sind noch angenehm, die Natur ist bereits erwacht und angeblich gibt's im Frühjahr auch noch weniger Gelsen. Grundsätzlich gilt: am besten zur Brutzeit der Störche zwischen April - August kommen.
Gibt es Parkmöglichkeiten?
Direkt vor dem Schloss bzw. beim Ausgangspunkt der Wege gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten.

Autorin Claudia Schlager
Autorin, Reisebloggerin & Fotografin aus Niederösterreich. In meiner Freizeit liebe ich es meine Heimat Niederösterreich und dessen Umgebung zu entdecken, besondere Orte kennenzulernen, Ausflugsziele mit meinen beiden Töchtern zu erkunden und die schönen Seiten des Landlebens zu genießen. Auf freets gebe ich Ausflugs- und Wandertipps für das östliche Österreich und berichte mit authentischen Erzählungen und stimmungsvollen Fotos über unsere Entdeckungen in Niederösterreich und Umgebung. Mit meinen beiden Kindern und meinem Mann lebe ich im südlichen Niederösterreich (Schneebergland).
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